Segelclub Jülich e.V.

In den 70er Jahren erlebte der SCJ hinsichtlich der Mitgliederzahl einen enormen Zulauf, der insbesondere durch das Angebot von A- und BR-Schein Kursen, die in stetem Wechsel Jahr für Jahr abgehalten wurden, zustande kam. Viele Teinehmer haben über diese Ausbildung, die die Theorie im Winterhalbjahr und die praktische Ausbildung auf Clubbooten und auf der Segelyacht KATHEIN umfasste, die Mitgliedschaft im SCJ erworben. Die von 1973 bis 1990 von Heinz Barthels jährlich durchgeführten Segel-Törns mit der KATHEIN, über 4 bis 5 Wochen mit wöchentlichem Crew-Wechsel, führten von Holland (Enkhuizen) entweder in die Ostsee oder an die engliche und französische Küste. In diesem Zeitraum waren ca. 80 Clubmitglieder an diesen Törns beteiligt und erwarben dabei den BR-Schein.

Im Gegensatz zu vielen Segelvereinen bietet der SCJ für jedes Mitglied die Möglichkeit, Clubboote zu segeln. Durch diese einmalige Möglichkeit stieg die Zahl der Mitglieder bis Ende der 70er Jahre auf ca. 300. Auf der anderen Seite wurde das Gedränge auf den verhältnismäßig wenigen Clubbooten (Sailhorse, zwei 470er, Korsar, zwei Flying Junior) immer größer. Hinzu kam, dass der Betrieb auf den Baggerseen von Roermond auch allmählich größer wurde.

Für die Liegeplätze unserer Clubboote in Rosslag und später in Hatenboer (Roermond) hatten wir nur Mietverträge für jeweils eine Saison und unser Domizil war nur ein Zelt in Stegnähe. Das Risiko, das holländische Revier zu verlieren, saß uns stets im Nacken.

Unter diesem Druck hielten wir ab Mitte der 70er Jahre verstärkt Ausblick nach einem geeigneten Revier, mit der Möglichkeit, zumindest über eine eigene Steganlage zu verfügen.

Zum nächstliegenden Revier, dem Rursee, streckten wir unsere Fühler aus. Auf eine erste Anfrage bei der zuständigen Behörde erhielten wir eine enttäuschende Antwort: Der Rursee ist mit Bootstegen überbelegt, es können keine weiteren Stege genehmigt werden!

Wir ließen den Mut nicht sinken und blieben am Ball. Irgendwie kam der Zufall uns entgegen. Wir lernten einen Stegbesitzer in der Woffelsbacher Bucht kennen, der seinen schon etwas heruntergekommenen Besitz renovieren wollte oder musste aber dies nicht mehr konnte oder wollte. Wir einigten uns und traten kurz entschlossen in seine Stegbesitzrechte ein und bauten einen neuen Steg mit genehmigten 8 Liegeplätzen, den wir dann 1975 in Woffelsbach zu Wasser ließen.