Segelclub Jülich e.V.

erstellt am: 09.12.2010 von: Pressewart

Beim AIS – Automatic Identification System (Automatisches Identifikations- system) handelt es sich um ein Funksystem bei dem durch Austausch von Navi- gations- und anderen Daten die Sicherheit und Lenkung des Schiffsverkehrs verbessert wird. Wichtige Informationen wie Name und Größe des Schiffes, Rufzeichen und dynamische Daten wie Position, Kurs und Geschwindigkeit etc. werden in dem System kontinuierlich per Funksignale übermittelt. Dazu kommen Angaben über Ladung, Tiefgang, Reiseziel und voraussichtliche Ankunftszeit.

Berufsschiffe über 300 BRZ in internationaler Fahrt und über 500 BRZ in nationaler Fahrt sind seit Mitte 2008 verpflichtet eine AIS- Anlage zu betreiben. Ebenso müssen Schiffe die mehr als 50 Passagiere an Bord haben oder länger als 20 m sind mit einer AIS- Anlage ausgerüstet sein.

Für ausrüstungspflichtige Schiffe der Berufsschifffahrt sind Anlagen der Klasse A vorgeschrieben. Sie können aber auch von allen anderen Schiffen verwendet werden. Anlagen der Klasse B können von allen nicht ausrüstungs- pflichtigen Schiffen verwendet werden, z.B. im Freizeitbereich und in der Fischerei. Die Klasse B nutzt leere Zeitfenster der Klasse A und sendet in größeren Zeitabständen. Die AIS- Signale werden auf zwei UKW-Seefunkkanälen mit den Frequenzen 161,975 MHz und 162,025 MHz mit Datenprotokoll in festem Zeitrahmen gesendet. Durch entsprechende Software oder Endgeräte werden die Daten dekodiert und z.B. als Textinformation oder ähnlich in einem Radar- bild grafisch dargestellt. Die Intervalle, in denen ein Schiff seine Daten aussendet, hängen von der Mobilität ab, d.h. von der Geschwindigkeit und der Kursänderungsrate ab. Sie liegen in 9 Kategorien zwischen 3 Minuten für Schiffe die langsamer als 3 Knoten sind oder vor Anker liegen oder festge- macht haben und 2 Sekunden für Schiffe bei Kursänderungen oder Geschwindig- keiten über 23 Knoten.

Die dynamischen Schiffsdaten erhält der AIS- Transponder vom integrierten GPS-Empfänger, bei Class A auch von der Navigationsanlage des Schiffes. Die Kursrichtung kann über eine NMEA-Schnittstelle vom Kompass als HDG- Daten- satz eingespeist werden. Die von der AIS- Einheit gesendeten schiffsspezi- fischen Daten können von jedem AIS- Empfangsgerät in Reichweite empfangen und ausgewertet werden. Besonders bei Klasse B Sendern der Sportschiffahrt werden häufig nur Schiffsname, MMSI, Position, Kurs und Schiffsgröße gesendet.

Neben den übermittelten Daten werden vom Programm auch die eigenen Daten ausgewertet. Die aktuelle Verkehrssituation wird dynamisch angezeigt, jede Schiffsbewegung ist auf dem Bildschirm sichtbar. Zusätzlich wird angezeigt, wann genau zwei sich begegnende Schiffe den kürzesten Abstand zueinander haben, wie groß dieser sein wird, und wie lange es bis dahin noch dauert.

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Dieser Text basiert auf den Mitteilungen der SKWB.