Segelclub Jülich e.V.

erstellt am: 29.08.2020 von: Pressewart

Regatta „Ganz ohne“ ersetzte die traditionelle Kehrausregatta des Segelclub Jülich e.V. (SCJ)

JÜLICH/WOFFELSBACH. – Traditionell lädt der Segelclub Jülich e.V (SCJ) zum Saisonausklang zur jährlichen Kehraus-Regatta mit Sommerfest auf dem Vereinsgelände in Woffelsbach ein. Die traditionelle und etablierte Regatta lockt regelmäßig ein großes, teils sogar international besetztes, Teilnehmerfeld an den Rursee. Doch dieses Jahr war naturgemäß alles anders. Weder Kehrausregatta noch Sommerfest konnten stattfinden. Stattdessen veranstaltete der SCJ seine clubinterne Regatta unter dem Titel „Ganz ohne“ und 36 Segler und Seglerinnen folgten der Einladung. 20 Boote waren am Samstag, den 22.08. am Start. „Ganz ohne“ heißt: Ganz ohne Beschränkungen konnte jeder mitmachen, ob Optimisten- oder Dickschiffsegler. Egal, ob als Regattaprofi oder -anfänger, herzlich willkommen waren alle Mitglieder, die einmal „ganz ohne“ Stress um die Wette segeln oder erste Regattaluft schnuppern wollten.

Zu Beginn der Veranstaltung erklärte Sportwartin Lisa Hübner zunächst die Coronaregeln: so herrschte auf dem Steg zu jeder Zeit Maskenpflicht, Tisch- und Sitzverteilung waren vorgegeben, stets mit Mindestabstand von 1,50 m, leider ohne Musik und auch ohne abendliche Party, usw. Anschließend folgten die Regattaregeln, die von Lisa Hübners Assistenten Matthias Claßen unter stürmischem Beifall pantomimisch oder tänzerisch ergänzt und erläutert wurden. Denn die Regattaerfahrung im großen Teilnehmerfeld war sehr unterschiedlich: von null bis über 200 Regattateilnahmen war alles vertreten. Die erfahrenen Regattaseglerinnen und Regattasegler sollten und wollten Rücksicht nehmen, denn nicht jeder Neueinsteiger kennt die besonderen Ausweichregeln beim Start und an den Wendemarken.

Aufgrund des starken und sehr böigen Windes mussten einige junge Seglerinnen und Segler sanft zur Teilnahme ermuntert werden. Um 12:30 Uhr starteten das Feld zu einer langen, anstrengenden Reise: es mussten drei Runden absolviert werden, jede gebildet aus den Tonnen 5 und 3 und dem „Hindernis“ Kermeter, dessen Unterwasserfelsen weiträumig zu umfahren waren.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg! Die SCJ-Flotte, bestehend aus Piraten, Optimisten, Kielzugvögeln, Variantas, H-Booten, Splash-Jollen, Dyas und Polyfalken bot eine beeindruckende Segelschau auf dem Seestück, welches den schönen Namen „Woffelsbacher Platte“ trägt, und das von den befreundeten Nachbarclubs und den vielen Tagestouristen sehr gut einzusehen war. Auch die Rurseeschifffahrt konnte ihren Fahrgästen eindrucksvolle Momente des Segelsports bieten.

Es wurde um jeden Meter auf dem See gekämpft, es gab einige Kenterungen und Materialschäden, viele Seglerinnen und Segler hatten zum Schluss Muskelkater, blaue Flecken, kleinere Verletzungen, aber alle hatten – ganz wichtig – leuchtende Augen. Wirklich jeder hatte Grund, stolz auf sich zu sein. Und die „Profis“ waren vorbildlich: sie gaben Raum, sie riefen aufmunternde Worte zu, sie lobten, sie zeigten den richtigen Kurs, sie halfen bei Kenterungen, und waren am Ende dann trotzdem und verdientermaßen auch noch vorne in der Wertung.

Bei diesen Bedingungen hatte auch die DLRG viel zu tun, die ihre Aufgaben wie stets vorbildlich meisterte.

Regatta Ganz Ohne 2020

Am Ende der Regatta war Lisa Hübner sehr erleichtert, als alle Seglerinnen und Segler mit ihren Booten wieder heil an Land bzw. fest am Clubsteg waren. Jetzt kam die Zeit der „Nachbereitung“, also des Seglerlateins: alle Situationen wurden im Detail analysiert, alle Wellen wurden noch höher, alle Böen noch stärker, alle Positionskämpfe noch intensiver.

Bei der Siegerehrung würdigte der 1. Vorsitzende Hans-Jürgen Dännart die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihr faires und kämpferisch hervorragendes Verhalten auf dem Wasser, bevor Lisa Hübner die Ergebnisse verkündete. Den ersten Platz belegten Jürgen und Tim Schneider auf einem Pirat, den zweiten Platz ersegelten Hans-Jürgen Dännart, Elke Notarius und Gerlinde Felderhoff auf einem H-Boot und den dritten Platz sicherten sich Martin Erdtmann und Hermann Bradt auf einem Kielzugvogel.

Nach der Siegerehrung gab es (selbstverständlich mit Abstand) Kaffee und Kuchen. Anschließend stand noch ein besonderes Ereignis an, nämlich die Taufe eines neuen (gebrauchtem) Clubbootes, einem Kielzugvogel. Zünftig mit einer Flasche Sekt wurde das neue Boot auf den Namen „Weitsicht“ getauft, passend zu den andern Namen der Clubboote, die alle auf „…sicht“ enden. Das wunderschöne Holzboot ist eine großzügige Spende der Familie Potrawa aus Aldenhoven und wurde von den anwesenden SCJ Mitgliedern bestaunt. Das Ehepaar Potrawa war bei der Zeremonie dabei und konnte sehen, dass sich der Kielzugvogel beim SCJ in guten Händen befindet. Das Boot bildet nun eine schöne Ergänzung zu dem bereits vorhandenen Regatta-Kielzugvogel mit dem Namen „Gleitsicht“ und komplettiert die Familie der SCJ-Clubboote. Mittlerweile ist der SCJ stolzer Besitzer von fünf Kielbooten, die den Mitgliedern des Vereins zur Verfügung stehen.

Bootstaufe Weitsicht

Am Ende der Regatta waren sich alle, Gäste, Teilnehmer und Teilnehmerinnen und Verantwortliche, einig, dass diese clubinterne Regatta des SCJ zu den wichtigsten sportlichen Veranstaltungen des Vereines gehört. Hier sind Anfänger und Neueinsteiger auf jeden Fall sehr gut aufgehoben und auch die Profis kommen auf ihre Kosten.