Segelclub Jülich e.V.

erstellt am: 20.08.2021 von: Redaktion

Die Regatta „ganz ohne“ ist eine SCJ-interne Spaßregatta, die zum Ziel hat, Regatta(-wieder)-Einsteigern eine weitgehend regelkonforme, aber keineswegs bierernste Möglichkeit zu bieten, unserem schönen Sport näher zu kommen. Sie wurde vor einigen Jahren ins Leben gerufen und erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit. Sie bietet gerade für SCJ-Neumitglieder eine super Gelegenheit, „ältere“ Vereinsmitglieder näher kennenzulernen und auch mit wenig Segelerfahrung erste Regattaluft zu schnuppern.

Begonnen hatte unser Tag damit, dass Martin und ich die Gleitsicht nach dem so traurig geendeten Travemünde- Abenteuer wieder ins Rurseewasser verbrachten.

Ab Mittag erfolgte Crewbildung und Bootseinteilung durch Lisa. Ich „gewann“ die Umsicht als Skipper und Simone und Klaus gesellten sich zu mir an Bord: beide noch relativ unerfahren im harten Regattabusiness, aber ausgesprochen furchtlos und lernwillig.

Vor dem Start hielt Lisa noch einen kurzen Vortrag über das Startverfahren (5 Minuten, 4, 1, 0 = Start gegen den nicht vorhandenen Wind, also Richtung Woffelsbach) und den abzusegelnden Kurs, dann ging es los.

Die Rahmenbedingungen: 13 Meldungen in der der Yardstick-Klasse, Faktoren zwischen 102 und 173, Alter der Teilnehmer zwischen Opti und Großeltern, Wind mehr als null, aber nicht viel mehr, Sonnenschein und Wolken, 2 Runden um die Tonnen 4,3,5 im Gegenuhrzeigersinn. Und zum ersten Mal auf einer Regattabahn: ein segelndes Gummiboot!

Die von mir falsch geparkte Umsicht zeigte sich beim Start unlustig: sie fuhr einfach nicht los. Kein Wunder: eine Polyfalk kann mit 0,3 Bft nicht segeln. Es war, als hätten wir geankert. Komisch: die anderen Starter hatten etwas Wind und waren schon weit weg, als auch uns ein Hauch erreichte, der die Umsicht träge in Richtung Tonne 4 brachte. Wir konnten aber in der zweiten Runde auf- und Boot um Boot überholen, Klaus und Simone bedienten sehr aufmerksam die Vorschoten, und das, obwohl es auf dem See sehr viel zu gucken gab. Wir hielten fleißig Ausschau nach Windfeldern und konnten uns achtbar schlagen. Ergebnis der ersten Wettfahrt: zunächst unbekannt, da ja bei Yardstick die Wettfahrtleitung die berechneten Ergebnisse aus den gesegelten Zeiten ermitteln muss…

Wir dachten, nun sei Schluss und Klaus übernahm die Pinne für eine kleine Spazierfahrt Richtung Düse – bis wir überrascht feststellten, dass vor dem SCJ-Steg etwas passierte, das verdammt nach Startvorbereitung aussah. Also erneuter und hastiger Wechsel an der Pinne und nichts wie hin, bei Null so gerade noch über die Linie und eine zweite Wettfahrt gesegelt.

Auch die endete achtbar, wir hatten sogar mal Krängung im Boot, was bei meiner Crew einen hastigen Blick nach achtern hervorrief. Aber alles gut gemeistert: Schot auf und wieder zu. Ein Versuch mit Gewichtstrimm war unnötig, denn alle Böen waren schnellstens wieder weg.

Und, das muss auch mal gesagt werden, die Gleitsicht segelte am Horizent vor uns in einer anderen Liga. Selbst mit einem Fernglas kaum zu sehen. Lag es an der Crew, lag es am Boot, oder gar an beiden? Zweimal gewonnen, sowohl nach gesegelter wie auch nach berechneter Zeit, herzlichen Glückwunsch an Martin und Dirk. Wir waren mit unserem 4. Gesamtplatz auch nicht unzufrieden, eine Polyfalk braucht halt Wind…

Vielen Dank an Lisa für die viele Arbeit mit dieser Regatta, uns hat es Spaß gemacht. Und abends folgte noch eine Überraschung beim gemeinsamen Grillen: Fabienne feierte ihren Geburtstag (und den 2. Platz), da haben wir selbstlos und gerne mitgefeiert, selbstverständlich unter Beachtung des Mindestabstandes. Im nächsten Jahr: gerne wieder mit vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ohne Corona und vielleicht mit einem schönen Geburtstag.

Michael Hübner